
Nach zwei Jahren als Leiter des Bereichs «Vertrieb Schweiz» übernahm Guido Portmann am 1. Januar 2005 die Leitung der Securiton als Direktor. Die Personalzeitschrift der Securitas Gruppe, das «Journal», wollte von ihm wissen, ob und was sich verändern wird, und wie er sich in seiner Führungsposition sieht. Seine Ziele sind: Marktposition ausbauen, die Kundenorientierung weiter fördern und die Sicherstellung einer gesunden Profitabilität als Garant für eine erfolgreiche Zukunft.

Journal: Sie übernahmen am 1.1.2005 die Geschäftsleitung der Securiton. Wie sehen Ihre Aufgaben aus?
Guido Portmann
Meine Aufgabe als Geschäftsführer beginnt mit der Definition der Strategie. Die Geschäftsleitung entwickelt in Absprache mit der Gruppenleitung die Strategie und arbeitet entsprechende Aktionspläne aus. Das geht weiter über die Jahresplanung und das Budgetieren, wo konkret definiert wird, was nächstes Jahr alles passieren soll, und welche Mittel benötigt werden. Der entscheidende Punkt ist dann natürlich die Umsetzung. Dabei müssen auch die Umweltbedingungen, wie zum Beispiel die Globalisierung und die stetigen Veränderungen auf dem Markt berücksichtigt werden. Dies hat Auswirkungen auf unser gesamtes Tun und somit auch auf alle Mitarbeitenden. Anders ausgedrückt kann man auch sagen, dass es meine Hauptaufgabe ist, ideale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit alle Mitarbeitenden in ihrem Job das Optimum erbringen können. Eine weitere wichtige Aufgabe ist, mich persönlich an der Verkaufsfront zu engagieren , Kundenbeziehungen auf Geschäftsleitungsebene zu pflegen und mich bei grossen Projekten für einen erfolgreichen Abschluss einzusetzen.
Wie sehen ideale Rahmenbedingungen für das Personal aus?
Ideale Rahmenbedingungen haben wir erreicht, wenn alle Mitarbeitenden mit Freude, Engagement und zur Zufriedenheit der Kunden bestmögliche Resultate erzielen können. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Diesbezüglich sehe ich eine grosse Herausforderung in den erwähnten Veränderungen im Markt. Dieser ist generell viel härter geworden, der Preisdruck nimmt zu, und unsere Mitbewerber agieren immer aggressiver. Wir müssen daher noch systematischer und konsequenter akquirieren, aber auch die Projekte effizient realisieren. Dies setzt motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus, die bereit sind, sich diesen Herausforderungen zu stellen.
Was tut sich auf dem Produktesektor Neues?
Unser wichtigstes aktuelles Projekt ist die Entwicklung der nächsten Generation von Einbruchmeldeanlagen. Zurzeit werden die Lastenhefte definiert, wo alle Anforderungen als Basis für die Entwicklung festgehalten werden. Dann sind wir auch an der Definition der Anforderungen für eine zukünftige Leitsystemgeneration. Ebenfalls dieses Jahr werden wir die Entwicklung von neuen, noch sensibleren Sonderbrandsystemen in Angriff nehmen.
Die Sicherheitsbranche ist für Sie ein noch junges Tätigkeitsfeld, was hat sich dadurch für Sie verändert?
Was neu ist und was ich mir in einem ständig laufenden Prozess aneignen muss, ist das technische Fachwissen. Ein grosser Vorteil für mich war, dass ich während zwei Jahren durch meinen Vorgänger Beat Müller und unsere Fachstellen gründlich eingeführt wurde. Grundsätzlich ist es jedoch so, dass das Projektgeschäft in verschiedenen Branchen immer dieselben Aufgaben beinhaltet. Letztendlich geht es darum, dass man mit Ingenieurunternehmen, Kunden, Partnerfirmen und Mitarbeitenden unter einer soliden Führung ein Projekt gemeinsam zum Erfolg führt. In der Sicherheitsbranche ist das gegenseitige Vertrauen besonders wichtig.
Wie schaffen Sie dieses Vertrauen?
Vertrauen kann man nicht auf Kommando schaffen. Vielmehr ist es eine Frage von kontinuierlicher und erfolgreicher Zusammenarbeit. Ich lege grossen Wert auf eine faire Partnerschaft. Wenn man dies glaubwürdig lebt, ergibt sich das Vertrauen mit der Zeit von selbst. Der Kunde muss spüren, dass man für ihn gute Lösungen finden will. Und wenn’s Probleme gibt, muss man diese anpacken und so schnell wie möglich lösen.
Welche Ziele gedenken Sie dieses Jahr noch zu realisieren?
Ich setze drei Schwerpunkte, die für mich zugleich Stossrichtungen in den nächsten Jahren sind. Erstens wollen wir unsere Marktposition ausbauen. Zweitens gilt es, die Kundenorientierung weiter zu fördern. Es ist mir sehr wichtig, den Kunden ernst zu nehmen. Langfristig können wir nur Erfolg haben, wenn wir es schaffen, ihm einen echten Mehrwert zu bieten. Der dritte Punkt ist die Sicherstellung einer gesunden Profitabilität als Garant für eine erfolgreiche Zukunft.
Wie sehen Sie die Securiton in der Securitas Gruppe?
Zur Beantwortung dieser Frage ist das zentrale Bedürfnis unserer Kunden entscheidend. Unsere Kunden wollen grundsätzlich nämlich nicht irgendeinen Wachdienst oder eine Sicherheitsanlage, sondern ganz einfach Sicherheit. Als Securitas Gruppe sind wir geradezu prädestiniert, dieses zentrale Bedürfnis zu erfüllen und die Synergien zwischen Mensch und Technik optimal auszunutzen. Es gilt, in den nächsten Jahren unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf allen Stufen diese gemeinsame Stärke bewusst zu machen.
Neue Führungskräfte haben den Drang zu expandieren. Wie viel Expansionslust schlummert in Ihnen?
In der Schweiz sind die Expansionsmöglichkeiten begrenzt. Aber es gibt natürlich im Export Märkte, die stark wachsen, ich denke da zum Beispiel an Asien, wo aufgrund der globalen Entwicklung die Sicherheitsbranche wesentlich stärker wächst als hier. Deshalb sind wir aktiv daran, im Export mit den bestehenden und neuen Partnern zu wachsen.
Was erachten Sie als grösste Herausforderung in der Zukunft?
Dass wir uns in diesem zusehends dynamischeren Umfeld erfolgreich behaupten. Es braucht eine langfristige Orientierung einerseits, unternehmerisches Denken, Leistungsbewusstsein, und auch eine Portion Aggressivität auf der anderen Seite. Mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie leistungsfähigen Produkten befinden wir uns in einer optimalen Ausgangslage.